IAB-Zuwanderungsmonitor: Arbeitslosenquote von Ausländern im Oktober 2016 gestiegen

Die Arbeitslosenquote von ausländischen Mitbürgern ist im Oktober 2016 um 0,6 Prozentpunkte auf 14,8 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum gestiegen, während die Beschäftigungsquote dieser Gruppe „aufgrund des starken Zuzugs von Flüchtlingen insgesamt“ rückläufig war. Das teilt das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) der Bundesagentur für Arbeit (BA) mit.

Den stärksten Beschäftigungszuwachs bei der ausländischen Bevölkerung verzeichnete das IAB bei Personen aus einem der 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU). Deren Zahl nahm im September 2016 um 181.000 Personen zu, wobei sich gleichzeitig deren Beschäftigungsquote um 1,6 Prozentpunkte auf 54,7 Prozent erhöhte. Außerdem konnten 50.000 Personen mehr aus Kriegs- und Krisenländern in Arbeit gebracht werden als im gleichen Zeitraum ein Jahr zuvor. Trotzdem ging deren Beschäftigungsquote „angesichts des starken Bevölkerungswachstums aus dieser Ländergruppe“ um 0,5 Prozentpunkte auf 16,2 Prozent zurück. „Der Rückgang ist nicht überraschend, weil ein Teil der Flüchtlinge noch keinen Arbeitsmarktzugang hat und auch mit einer langsameren Arbeitsmarktintegration im Vergleich zu anderen Migrantengruppen zu rechnen ist“, erklärt das IAB hierzu.

Neben der gestiegenen Arbeitslosenquote von Ausländern legte im Dezember 2016 auch die absolute Zahl der Arbeitslosen aus dieser Gruppe um 12,1 Prozent oder 70.000 Personen zu. „Hierbei handelt es sich in erster Linie um einen Größeneffekt, der u.a. auf das Wachstum der ausländischen Bevölkerung zurückzuführen ist“, kommentiert das IAB die Werte. So zieht das Institut das Fazit, dass die Entwicklung der Arbeitsmarktsituation der ausländischen Bevölkerung „insgesamt noch günstig“ verlaufe. Allerdings sei in den kommenden Monaten damit zu rechnen, dass aufgrund der schrittweisen „Ausweitung des Arbeitsangebots durch die Fluchtmigration“ weiterhin mit „steigenden Arbeitslosenzahlen von Flüchtlingen zu rechnen“ sei. Aufgrund von sprachlichen Hürden sowie der Tatsache, dass ein Großteil der Zuzügler über keine abgeschlossene Berufsausbildung verfügt, würden „die Flüchtlinge nur schrittweise in den deutschen Arbeitsmarkt“ integriert werden können. „Wie schnell das geschieht, wird wesentlich durch die Länge der Asylverfahren, die Sprachförderung, Investitionen in Bildung und Ausbildung, die Arbeitsvermittlung und die Aufnahmebereitschaft der Wirtschaft bestimmt werden“, so das IAB abschließend.

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