IAB: Jeder zweite Beschäftigte arbeitet in Betrieben mit Branchentarifvertrag

Im Jahr 2016 arbeiteten 48 Prozent der Beschäftigten in Deutschland in Betrieben, die einen Branchentarifvertrag anwenden. Zu diesem Ergebnis kommt das IAB-Betriebspanel, eine jährliche Befragung unter 15.000 Betrieben durch das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Der Anteil der in tarifgebundenen Betrieben Beschäftigten sei 1996 deutlich zurückgegangen, stellten die IAB-Experten fest. 1996 hat das IAb zum ersten Mal Daten zur Tarifbindung für Ost- und Westdeutschland erhoben: In dem Jahr arbeiteten im Westen Deutschlands etwa zwei Drittel (70 Prozent) der Arbeitnehmer in Betrieben, in denen ein Branchentarifvertrag galt. Im Jahr 2016 war es nur noch knapp die Hälte (51 Prozent). In Ostdeutschland sank der entsprechende Anteil von 56 auf 36 Prozent. Gegenüber 2015 hat sich der Anteil aber kaum verändert: in Ostdeutschland sank er um einen Prozentpunkt, in Westdeutschland blieb der Wert konstant. Für acht Prozent der Beschäftigten im Westen (gleichbleibend zum Vorjahr) und elf Prozent im Osten (ein Prozentpunkt weniger als im Vorjahr) gilt übrigens ein zwischen Betrieb und Gewerkschaft abgeschlossener Firmentarifvertrag.

42 Prozent der westdeutschen und 53 Prozent der ostdeutschen Beschäftigten arbeiteten 2016 in Betrieben, in denen es keinen Tarifvertrag gab. In Westdeutschland profitierten 50 Prozent dieser Arbeitnehmer jedoch indirekt, da sich ihre Betriebe an Branchentarifverträgen orientierten. In Ostdeutschland arbeiteten 48 Prozent der Beschäftigten in Betrieben ohne Tarifbindung, denen die indirekte Wirkung eines Tarifvertrages nutzte, stellten die IAB-Forscher Susanne Kohaut und Peter Ellguth fest. Diese Zahl ist gegenüber dem Vorjahr gestiegen: 2015 waren 44 Prozent der Beschäftigten in nicht tarifgebundenen Betrieben tätig, die sich aber an den tarifvertraglichen Standards orientieren. In Westdeutschland dagegen hat sich dieser Wert kaum verändert und lag bei 51 Prozent.

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