Eurostat: Starke Unterschiede bei den Mindestlöhnen in der EU – Deutschland hat fünfhöchsten Mindestlohn

In 22 von 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union (EU) existieren gesetzliche nationale Mindestlöhne, die zum 1. Januar 2017 gestiegen sind. Die Mindestlöhne differieren insbesondere zwischen westlichen und östlichen Staaten stark. Zu diesen Ergebnissen kommt Eurostat, die Statistikbehörde der EU.

Die geringsten Mindestlöhne, die teils deutlich unter 500 Euro liegen, gibt es in zehn der im Osten der EU gelegenen Mitgliedsstaaten. Darunter fallen Bulgarien, Rumänien, Lettland, Litauen, Tschechien, Ungarn, Kroatien, die Slowakei, Polen und Estland. Den geringsten Mindestlohn in Höhe von 235 Euro weist Bulgarien auf. Dagegen bewegt sich der nationale Mindestlohn in Portugal, Griechenland, Malta, Slowenien und Spanien zwischen 500 und 1.000 Euro im Monat. Frankreich, das Vereinigte Königreich, Deutschland, Belgien, die Niederlande, Irland und Luxemburg  zahlen einen Mindestlohn, der die 1.000-Euro-Marke übersteigt. Deutschland hat dabei mit 1.498 Euro inzwischen den fünfthöchsten Mindestlohn in der EU und liegt vor Großbritannien und Frankreich. Den höchsten Mindestlohn mit 1.999 Euro zahlt Luxemburg. Damit ist Eurostat zufolge „der höchste Mindestlohn in der EU etwa 9-mal so hoch wie der niedrigste“. In Dänemark, Italien, Zypern, Österreich, Finnland und Schweden gibt es keine Regelung zum Mindestlohn. In allen EU-Mitgliedsstaaten war der Mindestlohn 2017 gegenüber dem Jahr 2008 teils deutlich gestiegen. Einzig in Griechenland sank dieser um 14 Prozent.

In Relation zu den mittleren Bruttoeinkommen der Bevölkerung herrschen im Hinblick auf die Höhe des Mindestlohns zwischen den EU-Mitgliedsstaaten ebenfalls große Unterschiede. So lagen die Mindestlöhne laut Eurostat nur in drei der EU-Mitgliedsländer, in denen der Behörde Daten zu den mittleren Verdiensten vorliegen, „über 60 Prozent der monatlichen Bruttomedianverdienste: in Portugal (64%), Frankreich und Slowenien (je 62%)“. In Tschechien, Estland, Irland, Spanien, der Slowakei, Malta und dem Vereinigten Königreich war der Mindestlohn dagegen nur halb so hoch wie die mittleren Bruttoeinkommen der Bevölkerung.

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