Destatis: Arbeitskosten im Produzierenden Gewerbe lagen 2016 rund 30 Prozent höher als im EU-Durchschnitt

Im vergangenen Jahr zahlten Arbeitgeber des Produzierenden Gewerbes und wirtschaftlicher Dienstleistungen in Deutschland für eine geleistete Arbeitsstunde im Durchschnitt 33,40 Euro. Im europaweiten Vergleich liegt das deutsche Arbeitskostenniveau damit auf dem siebten Platz (BAP berichtete). Zu diesen Ergebnissen kommt das Statistische Bundesamt (Destatis).

Arbeitskosten im Verarbeitenden Gewerbe bei 38,70 Euro
Während die Arbeitskosten im Jahresdurchschnitt 2016 bei 25,70 Euro in der Europäischen Union (EU) mit 28 Mitgliedsstaaten lagen, wurden im Euroraum mit 19 Mitgliedsstaaten durchschnittlich 30,00 Euro gezahlt. Damit erhielten Arbeitnehmer im produzierenden Gewerbe und in den wirtschaftlichen Dienstleistungen in Deutschland rund 30 Prozent mehr Gehalt je Arbeitsstunde als in der EU. Noch höher lagen die Kosten hierzulande im Verarbeitenden Gewerbe, wo 2016 eine Arbeitsstunde 38,70 Euro kostete. „Eine Stunde Arbeit in der deutschen Industrie war damit 47 % teurer als im EU-Durchschnitt (26,40 Euro) und kostete knapp 3 % mehr als in Frankreich (37,60 Euro)“, schreiben die Statistiker. Deutschland bekleidet mit diesem Ergebnis Rang vier im EU-Vergleich. Deutlich geringer fiel der Wert bei den marktbestimmenden Dienstleistungen aus: Die Arbeitsstunde schlug hierzulande mit 30,50 Euro zu Buche, womit Deutschland europaweit den neunten Platz einnimmt.

Lohnnebenkosten in Deutschland unter EU-Durchschnitt
Wie das Statistische Bundesamt weiter mitteilt, erhielten Arbeitnehmer in Deutschland im vergangenen Jahr auf 100 Euro Bruttoverdienst zusätzlich 28 Euro Lohnnebenkosten. Der Behörde zufolge lagen diese damit „unter dem EU-Durchschnitt von 31 Euro“. Deutschland liegt damit nur auf Rang 14 im EU-Vergleich. Die Lohnnebenkosten sowie die Bruttoverdienste bilden zusammen die Arbeitskosten. Zu den Lohnnebenkosten werden vor allem die „Sozialbeiträge der Arbeitgeber, also vor allem die gesetzlichen Arbeitgeberbeiträge zu den Sozialversicherungen, die Aufwendungen für die betriebliche Altersversorgung sowie die Aufwendungen für die Lohn- und Gehaltsfortzahlungen im Krankheitsfall“ hinzugezogen, erläutert das Bundesamt.

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